Zukunft-Leben-Dedensen

Mega-Windkraftanlage

Informationen zum Mega-Windrad zwischen Dedensen und Holtensen

Am 7.10.2016 ist von der Stadt Seelze die Genehmigung für den Bau einer Windenergieanlage (WEA) vom Typ Vestas V-112 mit 119 m Nabenhöhe und 112 m Rotordurchmesser (Gesamthöhe 175 m) als Ersatz für eine bestehende WEA (Nabenhöhe 60m, Gesamthöhe 84 m) auf Dedensener Gebiet (siehe Luftbild) erteilt worden (sog. „Repowering“).Der Genehmigungsbescheid hat bis zum 15.11.2016 bei der Stadt Seelze und der Region öffentlich ausgelegen und konnte bis zu diesem Datum eingesehen werden. Seit dem 15.11.2016 galt der Bescheid gegenüber Dritten (also allen Bürgerinnen und Bürgern) als zugestellt. Die 1-monatige Widerspruchsfrist gegen diesen Bescheid endete am 15.12.2016.

Die folgenden Fotomontagen zeigen, wie sich das Landschaftsbild durch die Mega-WEA verändern wird. Der Blick vom Ortsausgang Dedensens in Richtung Groß-Munzel …… und der Blick von Holtenser Gebiet in Richtung Wasserwerk:Basierend auf einer Schattenwurfsimulation für eine WEA vergleichbarer Leistungsklasse mit 125 m Nabenhöhe lässt sich ermitteln, dass ein Großteil der Ortschaft Holtensen innerhalb des Bereichs liegt, in dem periodischer Schattenwurf zu erwarten ist. Aufgrund der mehr als doppelten Anlagenhöhe reichen die Schatteneffekte auch im Vergleich mit den aktuellen WEAs doppelt so weit.Die betroffenen Felder und Äcker sind Rast- und Nistgebiete für Vögel. Vögel nehmen plötzlich auftretende Schatten (periodischer Schattenwurf durch das sich drehende Windrad) als möglichen Anflug eines Raubvogels/Feindes wahr und natürliches Fluchtverhalten setzt ein. Durch den Bau der neuen WKA steht damit wenigstens die in der Karte dargestellte Fläche nicht mehr als Rast- und Nistgebiet zur Verfügung.In Dedensen selbst und südlich von Dedensen gibt es zwei Brutplätze des Rotmilans (rote Kreuze auf der Karte). Der Abstand zu der geplanten WKA beträgt 1,5 km bzw. 2 km. Damit befindet sich die neue WKA im direkten Jagdgebiet der Rotmilane. Das Risiko für den Rotmilan besteht in einem erhöhten Kollisonsrisiko und den damitinhergehenden Individualverlust. Die bestehende WKA hat bei 48 m Rotordurchmesser eine Rotorfläche (Fläche, die bei sich drehendem Rotor von den Rotorblättern überstrichen wird) von 1800m2 währende bei einem Rotordurchmesser von 122 m die Rotorfläche 11700m2 beträgt. Damit ist die Fläche aber 6,4-mal größer und das Risiko für eine Kollision steigt deutlich an.

An Sommerabenden können in Dedensen Fledermäuse beobachtet werden. Ein Teil dieser Fledermäuse lebt u.a. nachgewiesenermaßen in den Scheuen in der Ortschaft Holtensen. Diese Tiere bewegen sich entlang von Straßen und Alleen zur ihren Jagd- und Futtergebieten, die sich u.a. im Forst Esloh befinden. Der Bereich der Flugrouten der Fledermäuse ist in der Karte grün hinterlegt. Da diese Flugrouten unmittelbar den Bereich der neuen WEA durchqueren wird in der oben dargestellten Weise das Kollisionsrisiko deutlich erhöht. Aufgrund ihrer geringen Größe müssen Fledermäuse noch nicht einmal mit den Rotorblättern der WEA kollidieren, allein der bei Rotation des Windrades im Bereich der Rotorblätter erzeugte Unterdruck kann die Tiere verletzten oder sogar direkt töten.

Gegen die Genehmigung des Mega-Windrades wurden rechtzeitig vor dem 15.12.2016 von Dedenser und Holtenser Bürgern und Bürgerinnen sowie vom NaBu Widersprüche bei der Region Hannover eingelegt.

Sobald es eine Entscheidung der Region Hannover zu diesen Widersprüchen gibt, werden wir dies hier ergänzen.